Donnerstag,
9. September
2004 -
ein Wetter wie aus dem Bilderbuch, um
20 °C und strahlend blauer Himmel.
Heute fand die Jubiläumsfeier zum 150-jährigem Bestehen unseres einzigartigen,
gusseisernen König-Friedrich-August-Turmes
statt.
Viele Löbauer und Zugereiste versammelten sich um 15 Uhr vor dem Haus
Altmarkt 3. Das ist das Haus der Bäckermeisters Friedrich August Bretschneider, dem wir
den Turm maßgeblich zu verdanken haben.
Die Löbauer Stadträte und die
Schüler des Geschwister-Scholl-Gymasiums erschienen in historischen
Gewändern. Mit zünftiger Blasmusik ging der Festumzug die Brunnenstraße hinunter,
über Löbau-Ost
und die Honigbrunnenstraße hinauf bis zum Honigbrunnen. Hier konnten sich
alle Teilnehmer an einem Trunk laben, den Bergqell-Brauerei-Chef Steffen
Dittmar kostenlos bereitstellte. So gestärkt konnte auch der letzte, steile Anstieg zum
Turmplateau überwunden werden. Oben angekommen begrüßte der Oberbügermeister
Dietmar Buchholz alle Anwesenden und hielt die Festansprache.
Die Theatergruppe des Geschwister-Scholl-Gymnasiums erfreute die
Anwesenden mit der Entstehungsgeschichte des Turmes und die Turmgaststätte sorgte für
das leibliche Wohl.
Im Anschluss daran hielt der neugewählte Stadtrat im Festzelt die kostituierende
Sitzung ab - im Gedenken an Bretschneiders Worte: Je weiter der Blick - desto freier
das Herz.
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Kleine Turmgeschichte
Der Löbauer Bäckermeister August
Bretschneider war maßgeblicher Initiator und Geldgeber für den Turmbau
und den
Bau einer Turmgaststätte.
Grundsteinlegung für den Turmbau war am 18. Mai 1854 durch den Löbauer
Bürgermeister Karl Hartmann.
Der Turm wurde entworfen und aufgebaut vom Eisenhüttenwerk Bernsdorf. Höhe:
28 m, Durchmesser: 4 m, achteckige Form, 8 m in den Fels gegründet, 3
Galerien in 12, 18 und 24 m Höhe. 120 Stufen Wendeltreppe, über 1000
Einzelteile, Gewicht 70 000 kg. Kostenvoranschlag ca. 5 500 Taler, tätsächliche
Gesamtkosten ca. 25 000 Taler.
Einweihung der Turmgaststätte am 16.7.1854.
In der Regierungszeit von König Friedrich August II. von Sachsen wurde
der Turm gebaut und nach seinem Namen benannt.
Die Einweihung des Turmes
im August 1854 konnte der König nicht vornehmen. Bei einer Ausfahrt in
den Tiroler Alpen
am 09. August 1854 kippte in einer Kurve die Kutsche
um. Eines der beiden Zugpferde scheute, schlug aus und traf den am Boden
liegenden König
am Kopf. Die Kopfverletzung war so schwer, dass der König kurz darauf verstarb.
Die Einweihung des König-Friedrich-August-Turmes wurde daher
erst am 9. September 1854 vorgenommen.
Je
weiter der Blick - desto freier das Herz
(August Bretschneider, geb.
13.02.1805, gest. 22.07.1863)
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